____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Innio Jenbacher
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Die Innio Jenbacher GmbH & Co OG, Eigenschreibweise INNIO, (von 2003 bis 2018 GE Jenbacher GmbH & Co OG) in Jenbach in Tirol ist ein Hersteller von Gasmotoren und Blockheizkraftwerken. Jenbacher ging aus den ehemaligen Jenbacher Werken, einem Hersteller von Dieselmotoren, Lokomotiven und Eisenbahntriebwagen hervor.
Contents
⢠Firmengeschichte
⢠Ursprßnge
⢠Auszeichnung
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Firmenprofil und Produkte
Innio Jenbacher stellt Gasmotoren und Blockheizkraftwerke in Containerbauweise zur Energieversorgung her. Am Hauptsitz Jenbach, in der Produktionszentrale, sind etwa 1500 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit mehr als 2000. Das Unternehmen war bis Juni 2018 im Besitz von General Electric und dort Teil der Sparte Distributed Power. Nach dem Verkauf an Advent International ist Jenbacher als eigenständige Produktlinie mit den Schwesterfirmen Waukesha Engines und der vormaligen GE Kapfenberg (Zßndkerzenentwicklung) unter dem neuen Firmen- und Markennamen Innio vereinigt.
| Baureihe | J 208 | J 212 | J 312 | J 316 | J 320 | J 412 | J 416 | J 420 | J 424 | J 612 | J 616 | J 620 | J 624 | J 920 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zylinderanzahl | 8 | 12 | 12 | 16 | 20 | 12 | 16 | 20 | 24 | 12 | 16 | 20 | 24 | 20 |
| Bohrung (mm) | 135 | 135 | 135 | 135 | 135 | 145 | 145 | 145 | - | 190 | 190 | 190 | 190 | 310 |
| Hub (mm) | 145 | 145 | 170 | 170 | 170 | 185 | 185 | 185 | - | 220 | 220 | 220 | 220 | 350 |
| Hubraum / Zylinder (Liter) | 2,08 | 2,08 | 2,43 | 2,43 | 2,43 | 3,06 | 3,06 | 3,06 | - | 6,24 | 6,24 | 6,24 | 6,24 | 26,4 |
| Gesamthubraum (Liter) | 16,6 | 24,2 | 29,2 | 38,9 | 48,7 | 36,7 | 48,9 | 61,1 | - | 74,9 | 99,8 | 124,8 | 149,7 | 528,3 |
| Drehzahl (Drehfrequenz) 1/min (Hz) | 1500 (50), 1800 (60) | 1500 (50), 1800 (60) | 1500 (50), 1800 (60) | 1500 (50), 1800 (60) | 1500 (50), 1800 (60) | 1500 (50), 1800 (60) | 1500 (50), 1800 (60) | 1500 (50), 1800 (60) | | 1500 (50) / +Getriebe (60) | 1500 (50) / +Getriebe (60) | 1500 (50) / +Getriebe (60) | 1500 (50) / +Getriebe (60) | 1000 (50), 900 (60) |
| Leistung (kW el ) | 250 bis 335 | 375 bis 501 | ~500 bis ~1.000 | ~500 bis ~1.000 | ~500 bis ~1.000 | ~900 bis ~1.500 | ~900 bis ~1.500 | ~900 bis ~1.500 | | ~1.800 bis ~4.500 | ~1.800 bis ~4.500 | ~1.800 bis ~4.500 | ~1.800 bis ~4.500 | 10.400 |
| Aktive Produktion | Ja | Nein | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
Firmengeschichte
UrsprĂźnge
Obwohl die Firma unter dem heutigen Namen keine lange Geschichte aufweist, gehen ihre UrsprĂźnge weit zurĂźck. 1487 wurde ein HĂźttenbetrieb durch die Fugger gegrĂźndet. 1526 Verlegung des Kupfer- und Silberbergbaus von Schwaz nach Jenbach. 1657 wurde der gesamte Fugger-Besitz in Tirol vom Staat Ăźbernommen, die Kupfer- und Silbervorkommen waren jedoch erschĂśpft, so dass ab diesem Zeitpunkt Eisenerz abgebaut wurde. 1774 Beteiligung des K.K. Montanärars & Umstellung auf Eisengewinnung. 1870 ging die HĂźtte zwischenzeitlich an die Salzburg-Tiroler Montangesellschaft Ăźber. Ab 1881 kam es nach Erwerb und Modernisierung des Werkes durch Julius und Theodor Reitlinger zur Umbenennung in Jenbacher Berg- und HĂźttenwerke. 1908 erfolgte die Einstellung des Bergbaus auf der Schwader Alpe.cite-ref-1[1] Ab 1909 ging aber auch das Eisen zur Neige, und nach einem Aufschwung während des Ersten Weltkriegs blieb nur mehr die GieĂerei Ăźbrig.
1914 Ăźbernahm Friedrich Reitlinger das Werk nach dem Tode seines Vaters Julius, es folgte die Ernennung zum staatlich geschĂźtzten Unternehmen mit Beginn des Ersten Weltkrieges. Der jĂźdische Industrielle Reitlinger wurde im März 1938, kurz nach dem âAnschluss Ăsterreichsâ an das nationalsozialistische Deutsche Reich, von Nationalsozialisten gewaltsam festgehalten und unter Druck gesetzt, bis er am 14. März 1938 gemeinsam mit seiner Tochter Johanna unter ungeklärten Umständen erschossen wurde.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]
Das Werk wurde zu Gunsten des Landes Tirol beschlagnahmt und arisiert. Zunächst wurden BremsklÜtze fßr die Deutsche Reichsbahn hergestellt.
1939 erfolgte Erwerb des Werksgeländes durch Ernst Heinkel, der hier eine Produktion von Leichtmetall-Flugzeugteilen und Raketenmotoren etablierte. Das Werk wurde damit zum grĂśĂten RĂźstungsbetrieb Tirols. Dabei kam es zu massivem Einsatz von Zwangsarbeit: Zwei Drittel der 3.000 Beschäftigten waren Zwangsarbeiter.cite-ref-4[4] Ein Frauenlager, das als AuĂenlager des Arbeitserziehungslagers Reichenau der Gestapo unterstand, war bei den Jenbacher Heinkel-Werken angesiedelt. Die ukrainische Zwangsarbeiterin Eugenia Kaser berichtet von erbärmlichen Zuständen im Lager.cite-ref-5[5]
1945 erfolgte die Besetzung durch die amerikanische Armee.
Freddy Reitlinger, der einzig Ăźberlebende Sohn des 1938 ermordeten Friedrich Reitlinger, versuchte nach dem Krieg erfolglos, den Firmenbesitz restituiert zu bekommen.cite-ref-6[6] An Friedrich und Johanna Reitlinger und deren gewaltsames Ende erinnert seit 2024 eine Stele im Reitlingerpark in Jenbach.cite-ref-7[7]
Neustart nach dem Krieg
Nach dem Zusammenbruch am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die âJenbacher Werkeâ unter Ăśffentliche Verwaltung unter Leitung von Herbert von Pichler gestellt. Es musste auf Friedensproduktion umgestellt werden, wobei zuerst Kochgeschirr erzeugt, aber auch mit der Reparatur von Eisenbahnwagen begonnen wurde. Wegen der VerfĂźgbarkeit von entsprechenden Fachleuten und Facharbeitern wurde entschieden, sich auf die Produktion von Dieselmotoren zu konzentrieren. Zuerst wurde ein liegender 15 PS-Einzylinder-Viertaktmotor gebaut, der sehr erfolgreich war und in groĂen StĂźckzahlen hergestellt wurde. Diesem folgten weitere Viertakt-Modelle und schlieĂlich Zweitaktmodelle bis Ăźber 1500 PS nach. In den 1990er Jahren wurden die groĂen, vorwiegend Diesel-Zweitaktmotoren allerdings durch zunehmend noch leistungsstärkere und vorwiegend gasbetriebene Turbo-Viertaktmotoren verdrängt. Jenbach hatte nie lediglich Motoren, sondern stets Komplettanwendungen mit Kompressoren, Pumpen, Stromgeneratoren oder dgl. produziert. Mittels Lkw-Anhängerkupplung zu ziehende zweirädrige Baustellenkompressoren mit Einzylindermotor und Handkurbelstart waren zum Betrieb von Presslufthämmern auf Baustellen in den 1970er bis 1990er Jahren in Ăsterreich sehr verbreitet. Markant ist die am Heck schräg abfallende Blechverkleidung, die den unten querliegenden zylindrischen Kessel nur teilweise abdeckt.
Konstitution als integrierte Gruppe und Aufspaltung
Erst 1959 wurde die Firma als Jenbacher Werke AG konstituiert, wobei die Hauptaktionäre die Creditanstalt-Bankverein (CA) mit 35 % und Mannesmann mit 26 % waren, der Rest befand sich in Streubesitz. Die CA erhÜhte ihren Anteil kontinuierlich, und durch den Verkauf der Mannesmann-Anteile an die von der CA kontrollierte Andritz AG erlangte sie ßberwiegende Mehrheit des Aktienkapitals. 1979 waren 1.550 Angestellte im Werk beschäftigt. 1988 wurde das Unternehmen mehrheitlich von der Auricon Beteiligungs AG erworben.
1991 kam es zur Aufteilung in die Jenbacher Energiesysteme AG (JES) und die Jenbacher Transportsysteme AG (JTS). JTS Ăźbernahm noch im gleichen Jahr 29,9 % der britischen Telfos Holding, wodurch sich das Unternehmen auch einen Einfluss auf Ganz-Hunslet, die ehemalige ungarische Lokomotivfabrik Ganz-MĂĄvag, sicherte. Ende des Jahres wurde JTS MehrheitseigentĂźmer von Telfos. Kein Erfolg wurde der Versuch, mit Hilfe der AEG auch in die StraĂenbahnproduktion einzusteigen.
Nachdem der Integral einen Verlust von Ăźber 22 Millionen Euro verursacht hatte, wurde die Schienenfahrzeugsparte 2001 an Connex abgestoĂen. Der andere Firmenteil wurde 2003 an General Electric verkauft.
Innio Jenbacher ab 2018
Im Juni 2018 gab General Electric den Verkauf seiner gesamten Sparte Distributed Power, bestehend aus den Gasmotorenaktivitäten der Gruppe mit u. a. den Geschäften der GE Jenbacher und dem Werk in Jenbach, an den Finanzinvestor Advent bekannt.cite-ref-8[8] Am ersten November 2018 wurde Jenbacher mit ihren Schwesterfirmen Waukesha und Kapfenberg unter den neuen Firmen- und Markennamen Innio fusioniert, die Firmenzentrale von Innio ist in Jenbach. Seit Juli 2019 betreuen die Geschäftsbereiche Waukesha und Jenbacher als eigenständige Einheiten unter der Dachmarke Innio weltweit ihre Kunden in verschiedenen Branchen.
2020 ßbernahm Innio Jenbachercite-ref-9[9] den Ersatzteilehersteller und Gas-Motoren-Service-Spezialisten PowerUP, der 2016 gegrßndet worden war.cite-ref-10[10] Seither fertigt Innio Jenbacher unter anderem Gasmotoren, die mit einer Vielzahl an Gasarten betrieben werden kÜnnen, von Erdgas ßber Biogas bis Kohlegas und Deponiegas. Sie werden hauptsächlich fßr die Energiegewinnung mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), in der Notstromversorgung oder bei der Integration erneuerbarer Energien eingesetzt.cite-ref-11[11]
Ehemalige Aktivitäten
Ab 1945 wurde unter anderem mit Reparaturen von rollendem Gut fĂźr die franzĂśsische Besatzungsmacht begonnen.cite-ref-christopher-12-0[12] Zudem stellte Jenbacher zunehmend Fahrgestelle fĂźr Dieselmotoren (Feldbahn-Diesellokomotiven, Kompressoren und Diesel-Karren, etwa den BĂźffel fĂźr Reisegepäck und Bahnexpress-Gut auf den Bahnsteigen)cite-ref-christopher-12-1[12] und in der Folge zahlreiche Eisenbahn-Triebfahrzeuge fĂźr die Ăsterreichischen Bundesbahnen, aber auch Fahrzeuge fĂźr andere Bahnverwaltungen und Betriebe her.
MotorenblĂścke fĂźr die Lindner Traktoren Werke, Kompressoren und Standmotore
Jenbacher baute ab 1948 Stationärmotoren mit zwei Schwungscheiben mit den Typenbezeichnungen JW 15 (15 PS, 11 kW), JW 20 (20 PS, 15 kW) und JW 35 (40 PS, 30 kW), welche unter anderem in den Lindner Diesel-Traktoren âL-15PSâ und âL-20 PSâ verbaut wurden. Die Type JW 8 leistete 4 bis 8 PS bei Drehzahlen zwischen 800 und 1500 minâ1 und konnte Ăźber eine Riemenscheibe etwa eine Dreschmaschine antreiben.cite-ref-13[13] JW 15 K bezeichnete einen Kompressor, der â in Fahrtrichtung gesehen â an der rechten Seite anzukurbeln war.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]cite-ref-16[16] Es gab auch einen JW 20 Motor und Kompressor. Der Kompressor JW 220 wurde 1961 gebaut und ist hingegen auf der linken Seite anzukurbeln.
Motoren der Baureihe âLMâ
Am Beginn der Entwicklung einer neuen Reihe von Hochleistungsmotoren ab den 1980er Jahren musste eine Entscheidung zwischen dem Viertakt- und dem Zweitaktprinzip getroffen werden. Unter BerĂźcksichtigung der einfacheren Bauweise mit wenigen beweglichen VerschleiĂteilen, des vorteilhafteren Leistungsgewichts und der substantiell niedrigeren NOx-Abgasemmissionen wurde dem Zweitaktprinzip der Vorrang eingeräumt.cite-ref-17[17]
Ein Zweitaktmotor mit SpĂźlluftkĂźhlung fĂźr den stationären Anwendungsbereich weist ein gutes Leistungsgewicht auf. Die durch die UmweltschutzbehĂśrden festgelegten Abgasgrenzwerte gewinnen fortlaufend an Bedeutung. Aus diesem Grund konzentrierte sich die Entwicklung auf Zweitaktmotoren mit innerer Gemischbildung und einem Leistungsbereich von 750 bis 2500 kW bei 1000 minâ1 auf Basis einer Dieselmotorenreihe mit sechs, acht und zwĂślf Zylindern.
| Anbei die Ăbersicht der entwickelten LM Motoren: | Anbei die Ăbersicht der entwickelten LM Motoren: | Anbei die Ăbersicht der entwickelten LM Motoren: | Anbei die Ăbersicht der entwickelten LM Motoren: | Anbei die Ăbersicht der entwickelten LM Motoren: | Anbei die Ăbersicht der entwickelten LM Motoren: | Anbei die Ăbersicht der entwickelten LM Motoren: | Anbei die Ăbersicht der entwickelten LM Motoren: |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Typ | LM 750Go | LM 1000Go | LM 1500Go | LM 1750Go | LM 2000Go | LM 2250Go | LM 2500Go |
| Anzahl Zylinder | 6 | 8 | 12 | 14 | 16 | 18 | 20 |
| Hubraum (Liter) | 67,8 | 90,4 | 135,6 | 158,2 | 180,8 | 203,4 | 226,0 |
| Leistung (kW) | 750 | 1000 | 1500 | 1750 | 2000 | 2250 | 2500 |
| Masse (kg) | 7400 | 8900 | 11800 | 18600 | 20800 | 23200 | 25300 |
Schienenfahrzeuge
Beginnend mit dem âJenbach Ponyâ (1948) wurden bis 1989 Ăźber 2000 StĂźck der Jenbacher Feldbahnlokomotiven erzeugt. Grundlage fĂźr diese war der robuste liegende 1-Zylinder-Dieselmotor.
1950 verlieĂ die erste normalspurige Lok das Werk. Die Rangierlok mit der Bezeichnung JW 50 V10 bzw. JW 50 V12 hatte einen 3 Liter groĂen, 50 PS starken 1-Zylinder Zweitakt-Dieselmotor aus eigener Produktion, ein mechanisches 3-Gang-Getriebe und eine HĂśchstgeschwindigkeit von 15 km/h. Der Antrieb der Achsen erfolgte mittels Rollenketten. 1951 folgte eine 100 PS starke grĂśĂere Lokomotive mit der Bezeichnung JW 100 V20. Diese hatte einen doppelt so groĂen 2-Zylinder Dieselmotor, 4-Gang-Getriebe und schaffte 30km/h.
Ab 1954 war neben der dieselhydraulischen DH 200 B28 (ĂBB 2060) auch eine Variante mit Kettenantrieb, mechanischem Getriebe (auf Wunsch war auch hier das Getriebe der ĂBB 2060 erhältlich) und einer HĂśchstgeschwindigkeit von 30km/h erhältlich. Deren Typenbezeichnung lautete JW 180 bzw. DM- bzw. DH 200 B26. Nach der 200PS Lok folgten die grĂśĂeren 400 und 600PS starken DH 400 B32 (ĂBB 2062), DH 400 C42, DH 600 C48 und die elektrohydraulische EH 600 C48 (ĂBB 1067). Bei den dreiachsigen Loks wurde die mittlere Achse spurkranzlos ausgefĂźhrt. Dem Dieselmotor liegt ein Baukastensystem mit einer Zylinderleistung von 50PS zugrunde, so haben die 200 PS einen 4-Zylinder, die 400PS einen 8-Zylinder und die 600PS einen 12-Zylinder Zweitakt Diesel. Die JW400 und 600 haben einen zusätzlichen kleinen 20PS starken Einzylinder Dieselkompressor des Typs JW 220K. Sieben JW20-Feldbahnloks wurden in Normalspur gebaut.
FĂźr die ĂBB stellte das Unternehmen neben den bereits genannten Rangierlokomotiven ferner die Reihen 2043, 5081 (Lizenzbau des Uerdinger Schienenbus), die "FlĂźsterloks" Reihe 2068 sowie die als "Nebenbahnretter" geltenden Dieseltriebwagen 5047 und 5147 her. Einige dieser Bauarten waren auch bei anderen Bahnverwaltungen im Einsatz. Auch die Jugoslawischen Eisenbahnen bestellten eine grĂśĂere Anzahl von Verschublokomotiven, und an die SĹ˝D konnte man mehrere Varianten der Reihe ĐĐ in russischer Breitspur liefern. Ebenfalls zur SĹ˝D kamen 27 Generatorloks, die auch als Kraftwerk zur Stromerzeugung verwendet werden konnten. Weitere belieferte Bahngesellschaften waren beispielsweise die GKB, die TCDD und die EAR, fĂźr die 1971 Lokomotiven in Kooperation mit Henschel entstanden. In den Sechziger-Jahren wurden auch Deutz-Diesellokomotiven mit ca. 200 â 500 PS Leistung in Lizenz gebaut. Besonders die Voest setzte viele JW-Werkslokomotiven ein.
Die Jenbacher Werke bezeichneten ihre Lokomotiven nach einem System, aus dem KraftĂźbertragung, ungefähre Leistung, Achsfolge oder Einsatzzweck sowie das Dienstgewicht hervorgehen. Die ĂBB-Reihe 2060 trug daher die Werksbezeichnung DH 200 B28. Die anderen Modelle trugen die Bezeichnung JW.cite-ref-christopher-12-2[12]
1973 hatten die Jenbacher Werke im Rahmen eines LizenzĂźbereinkommens mit Henschel drei 1000-PS-Vierachsloks gemäà deren Typs DHG 1000 BB an die VĂśest Linz geliefert (1004.01-03). Unter Verzicht auf ein Zugheizaggregat kristallisierte sich fĂźr die GKB die Ăbernahme des Grundentwurfes der Industriebahn-MittelfĂźhrerstandlok Henschel DHG 1000/1200 heraus. Die Erstserie V 1500.1 bis 4 (JW 3.750-001 bis 004) wurde Ende 1975 ausgeliefert. Die etwas schwereren V 1500.5 und V 1500.6 entstammen einzelnen Nachbauaufträgen und wurden Ende 1977 bzw. 1978 abgeliefert. Diese wurden mit dem Jenbacher-Motor Typ LM 1500 V ausgerĂźstet. 1991 wurden die Loks mit Mehrfachtraktionssteuerung fĂźr den Wendezugbetrieb nachgerĂźstet. 1997 begann die Remotorisierung mit aufgeladenem Viertakt-Dieselmotor MTU 12V396 TC 14. Die umgebauten DH 1500.1 und 6 erfĂźllen heutige Anforderungen bezĂźglich Lärmemission und Abgasnormen, die Nennleistung blieb fast gleich (1120 statt 1103 kW). Die V 1500 kommen heute bei den Doppelstockwagen bzw. bei GĂźterzĂźgen zum Einsatz.cite-ref-18[18]
International am bekanntesten ist die Rolle der Jenbacher Werke bei der Herstellung von schmalspurigen Feldbahn- und Montanbahnlokomotiven. Derartige Lokomotiven wurden nicht nur nach Europa, sondern auch nach Afrika, Asien und Ozeanien geliefert.cite-ref-19[19] Zahlreiche Exemplare sind als Museumsstßcke erhalten, einige wenige sind noch in regulärem Einsatz.
Auch im Waggonbau war Jenbacher aktiv. Die Aufträge fĂźr GĂźter- und Personenwagen fĂźr die ĂBB wurden meist proporzmäĂig an die als SPĂ-nahe geltende SGP und die ĂVP-nahen Jenbacher Werke vergeben. So wurden ab 1965 vierachsige Reisezugwagen fĂźr den Inlandsverkehr der ĂBB, die sogenannten âSchlierenwagenâ, in Lizenz gebaut. 1970 folgte in Eigeninitiative der sogenannte K-Wagen. Auch an der Fertigung der Inlandsreisezugwagen ("lange Schlieren") und den Eurofima-Wagen war Jenbacher beteiligt.
Das letzte wichtige Produkt, der Triebzug Integral S5D95 der Bayerischen Oberlandbahn, war allerdings ein Misserfolg, der letztlich zum RĂźckzug aus dem Schienenfahrzeugbau fĂźhrte.
Auszeichnung
⢠2017: Fabrik des Jahres, europaweit ausgeschriebener GEO-Awardcite-ref-20[20]
⢠2020: Maintenance Award Austriacite-ref-21[21], Preis fĂźr die exzellenteste Instandhaltung Ăsterreichs 2020, vergeben von der Ăsterreichische technisch-wissenschaftliche Vereinigung fĂźr Instandhaltung und Anlagenwirtschaft
Literatur
⢠Franz Mathis: Big Business in Ăsterreich. Verlag fĂźr Geschichte und Politik, Wien 1986, ISBN 3-7028-0256-8
⢠Sepp Tezak: Die Jenbacher Werke. In: Schienenverkehr aktuell. 1988/4, S. 12
⢠Helmut Petrovitsch: Lokomotiven aus Tirol. Chronik des Schienenfahrzeugbaues der Jenbacher Werke AG. In: Schienenverkehr aktuell. 1987/12 â 1990/6 (20 Teile)
Weblinks
Commons
: GE Jenbacher
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Jenbacher Lieferlisten von Andreas Christopher
⢠Innio Jenbacher GmbH & CO OG
⢠Eintrag zu Innio Jenbacher im Austria-Forum (im AEIOU-Ăsterreich-Lexikon)
Einzelnachweise
cite-note-11. â GE Jenbacher GmbH: 10 Jahre GE in Jenbach (2003-2013). Hrsg.: GE Jenbacher GmbH. Jenbach Januar 2014.
cite-note-22. â TT: Späte Ehre fĂźr einen bedeutenden Jenbacher. 23. April 2024, abgerufen am 10. Juli 2025.
cite-note-33. â Tiroler Tageszeitung: Dunkles Kapitel neu beleuchtet. 10. März 2018, abgerufen am 10. Juli 2025.
cite-note-44. â Hester Margreiter: Die sozioĂśkonomischen Auswirkungen nationalsozialistischer Arbeitseinsatz- und Frauenpolitik in Tirol. 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 22. Dezember 2015; abgerufen am 15. Dezember 2015. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/webapp.uibk.ac.at
cite-note-55. â Horst Schreiber: Zwangsarbeit. In: Nationalsozialismus und Faschismus in Tirol und SĂźdtirol. Opfer. Täter. Gegner. StudienVerlag, Innsbruck 2008, S. 193 (erinnern.at [PDF; 734 kB; abgerufen am 15. Dezember 2015]).
cite-note-66. â Tiroler Tageszeitung: Umstrittene Karrieren und zwei rätselhafte Tode. 22. März 2018, abgerufen am 10. Juli 2025.
cite-note-77. â TT: Späte Ehre fĂźr einen bedeutenden Jenbacher. 23. April 2024, abgerufen am 10. Juli 2025.
cite-note-88. â Advent International: Advent to acquire GEâs Distributed Power business, Pressemitteilung vom 25. Juni 2018 (englisch).
cite-note-99. â Energie und Management Magazin: Unternehmen: Innio kauft Know-how bei Komponenten und Service zu. Abgerufen am 6. März 2024.
cite-note-1010. â https://industriemagazin.at/artikel/innio-jenbacher-uebernimmt-zwei-tiroler-hersteller/
cite-note-1111. â Mario Dallarosa: Der ultimative Leitfaden fĂźr JenbacherÂŽ Gasmotoren. PowerUP GmbH, 22. Februar 2024, abgerufen am 18. März 2024.
cite-note-christopher-1212. â Andreas Christopher: Jenbacher-Werke. In: Bahnen â Fahrzeughersteller. Abgerufen am 10. März 2010.
cite-note-1313. â Jenbacher JW8 Kaltstart dreschkirtag, youtube.com, verĂśffentlicht am 16. September 2012, abgerufen am 27. August 2018, Video (4:47). â 2 Schwungräder, ZĂźndfix.
cite-note-1414. â JENBACHER WERKE dieselmotor JENBACH JW 15 Federico Centola, youtube.com, 18. August 2016, abgerufen am 27. August 2018, Video (3:21). â Federico Centola zeigt auch Einzelteile des Motors und Tabellen mit Information: Viertakt-Einzylindermptor mit VerdampfungskĂźhlung, 8â15 PS, 2 Schwungräder je 70 kg, Bruttomasse ca. 500 kg, schrägverzahnte Stirnräder 37:74 Zähne zur Ventilsteuerung, Diesel-Einspritzdruck 145 bar.
cite-note-1515. â Starting the Jenbach JW15 county1454, youtube.com, 4. März 2009, abgerufen am 27. August 2018, Video (1:31). â @0:11: "ZĂźndfix" Starthilfe in der gelb-roten runden Dose.
cite-note-1616. â Majstor Ljubina pilana Ĺ˝abalj - 2 od 3 davors85, youtube.com, 28. Juli 2011, abgerufen am 27. August 2018. Video (7:00) â Holzspan wird in den ZĂźndschlĂźssel (sic!) gesteckt, brennt in 1:40 ab, wenn er nur mehr glimmt wird er eingesetzt und gestartet.
cite-note-1717. â Dr. R. S. Soellner, geschäftsfĂźhrender technischer Vizepräsident der Jenbacher Werke AG: Entwicklung einer neuen Motorenreihe fĂźr gasfĂśrmige Kraftstoffe. Hrsg.: Jenbacher Werke AG. Helsinki, Finnland 1981 (CIMAC Kongresses).
cite-note-1818. â Andreas Konecnik: Dieselhydraulische Lokomotive DH 1500 der Graz KĂśflacher Bahn. (PDF; 256 kB) In: gkb.at. GKB Diesellokomotiven, abgerufen am 22. August 2018.
cite-note-1919. â Jenbacher-Werke. Abgerufen am 16. November 2020.
cite-note-2020. â GE Jenbacher ist Fabrik des Jahres 2017 auf ORF Tirol vom 20. Oktober 2017, abgerufen am 20. Oktober 2017.
cite-note-2121. â ĂVIA: 2020 - INNIO Jenbacher. Abgerufen am 1. März 2021.